16. Juni 2009 Ratsfraktion

Finanzjongleure machen aus 360.000 Euro für das Holstein-Stadion 610.000 Euro

Zu der heute getroffenen Vereinbarung zur Finanzierung der für die Dritte Liga nötigen Umbauten am Holstein-Stadion erklärt der Vorsitzende der Ratsfraktion DIE LINKE, Florian Jansen:

"Am 14. Mai diesen Jahres beschloss die Ratsversammlung, dass Kiel sich neben dem Verein Holstein Kiel und dem Land Schleswig-Holstein mit 360.000 Euro an den für die Dritte Liga nötigen Umbauten des Holstein-Stadions beteiligen würde.
Obwohl schon zu diesem Zeitpunkt klar war, dass diese Beteiligung nicht ausreichen würde, trug die Ratsfraktion DIE LINKE diesen Beschluss mit, da für uns 360.000 Euro die absolute Schmerzgrenze für einen städtischen Zuschuss zum Holstein-Stadion waren.

Die weiteren Anträge auf der letzten Ratsversammlung am 11. Juni 2009 zur Beteiligung der Landeshauptstadt Kiel an der Finanzierung der nötigen Umbauten lehnte die Ratsfraktion DIE LINKE sämtlich ab.
Die CDU forderte - realistischerweise - eine Beteiligung von 800.000 Euro. Die zusätzlichen Mittel sollten aus dem Sondersanierungsprogramm der Kieler Bäder abgezogen werden.
Dieser Umverteilung vom Breiten- zum Spitzensport konnten wir nicht zustimmen.

Die Kooperations-Fraktionen wollten bei den 360.000 Euro bleiben, aber zusätzlich die für das Trainingszentrum in Projensdorf schon bewilligten 250.000 Euro aus den Jahren 2009 und 2010 für das Holstein-Stadion umwidmen.
Obwohl die Ratsfraktion DIE LINKE darauf hinwies, dass auch durch diesen merkwürdige Finanzierungstrick die so erreichten 610.000 Euro noch nicht ausreichen würde, setzten sich die Kooperationsparteien mit diesem Antrag gegen die Stimmen der Opposition durch.

Heute - nicht einmal eine Woche nach diesem Beschluss der Ratsversammlung - verabredeten sie eine neue Vereinbarung zur Finanzierung der Umbauten.
Demnach soll es zwar bei den 610.000 Euro bleiben, die Kooperationsparteien versprachen aber, dass die Landeshauptstadt in den kommenden Jahren zusätzlich insgesamt 250.000 Euro für das Trainingszentrum Projensdorf bereitstellt.
Damit werden die umgewidmeten Gelder für dieses Trainingszentrum jetzt in voller Höhe ersetzt und die Landeshauptstadt Kiel beteiligt sich mit insgesamt 610.000 Euro direkt am Umbau des Holstein-Stadions.

Es wäre sehr viel ehrlicher gewesen, wenn die Kooperationsparteien von vornherein schon im Mai 610.000 Euro statt der beschlossenen Summe 360.000 beantragt hätten.
Politiker, die auf sich zu solchen Finanzjonglierereien hergeben, haben weder die Kieler SteuerzahlerInnen noch die Kieler Sportinteressierten und -vereine verdient!"