Antrag:
Der Antrag wird ergänzt um folgenden weiteren Spiegelstrich:
„Das Ernst-Barlach-Gymnasium, die Hebbelschule, die Ricarda-Huch-Schule, die Kieler Gelehrtenschule, die Humboldt-Schule, die Käthe-Kollwitz-Schule, die Max-Planck-Schule, das Hans-Geiger-Gymnasium und das Gymnasium Wellingdorf werden zum Schuljahr 2010/11 jeweils in eine Gemeinschaftsschule mit gymnasialer Oberstufe umgewandelt.“
Begründung:
1. Es liegen keine inhaltlichen Begründungen vor, die einen Erhalt der Gymnasien in ihrer jetzigen Form rechtfertigen.
2. Es liegen keine Hinderungsgründe für die Umwandlung der Gymnasien in Gemeinschaftsschulen vor. Die Mindestgrößen für Gymnasien und Gemeinschaftsschulen sind identisch und die Gymnasien könnten auch als Gemeinschaftsschulen mit unveränderter Schülerschaft weiterbestehen.
3. Die Vorteile der Gemeinschaftsschule liegen auf der Hand. Die Grundannahme die dem bisherigen mehrgliedrigen Schulsystem zugrunde liegt besteht darin, dass es mehrere unterschiedliche Lerngruppen unter den SchülerInnen gibt. Innerhalb der einzelnen Lerngruppen wird dabei von einem relativ einheitlichen Leistungsvermögen ausgegangen. Unter Fachleuten herrscht allerdings seit langer Zeit Einigkeit darüber, dass alle SchülerInnen sehr unterschiedliche Bildungsvoraussetzungen mitbringen, dass einzelne SchülerInnen in unterschiedlichen Fächern unterschiedliche Fähigkeiten haben und dass das Leistungsvermögen der einzelnen SchülerInnen in den unterschiedlichen Fächern im Verlauf der Schullaufbahn stark variieren kann. Deshalb gibt es ebenso viele unterschiedliche Lerngruppen wie SchülerInnen und die Zuteilung zu Regionalschulen und Gymnasien ist sehr künstlich und kann den Schülern in den seltensten Fällen gerecht werden.
4. Die OECD-Studie belegt, dass die Bildungsmobilität in Deutschland sehr gering ausgeprägt ist. In kaum einem anderen Industriestaat ist der Ausbildungsabschluss von SchülerInnen so sehr vom sozialen Hintergrund ihrer Familien ab wie in Deutschland. Ein mehrgliedriges Schulsystem trägt dazu bei, diesen Zustand zu erhalten und zu verfestigen. Gymnasien sind darauf ausgelegt die zukünftige Bildungselite heranzubilden und gerade SchülerInnen aus einem sozialschwachen Elternhaus wird es erschwert, die Schwierigkeiten die häufig im Verlauf einer Schullaufbahn auftreten durch Maßnahmen wie private Nachhilfe und Förderung auszugleichen. Gemeinschaftsschulen sorgen hier durch eine binnendifferenzierte Förderung aller SchülerInnen für mehr Chancengleichheit.
5. Der binnendifferenzierte Unterricht und die individuelle Förderung in einer Gemeinschaftsschule führt zu einem insgesamt höheren Bildungsniveau und gleichzeitig für bessere Ergebnisse in der Leistungsspitze.