Antrag:
Kleine Anfrage
1. Wie viele von den aktuell gemeldeten Langzeitarbeitslosen sind junge Mütter ohne Schul- bzw. Berufsabschluss, und wie viele davon haben einen Migrationshintergrund?
2. Welche Konzepte der Landeshauptstadt Kiel gibt es, mit denen die Chancen von diesen jungen Müttern ohne Schulabschluss und ohne Ausbildung(differenziert nach Migrationshintergrund bzw. ohne), eine Berufsausbildung nachzuholen, verbessert werden?
3. Wie viele der o.a. Frauen haben durch diese Maßnahmen zu einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis gefunden (gegliedert nach Jahren seit 2005, nach Maßnahmen und differenziert nach Migrationshintergrund bzw. ohne)?
Drucksache 1041/2008
Förderung von jungen Müttern in der Arbeitswelt der Ratsfrau Ayse Fehimli (Ratsfraktion DIE LINKE) vom 10.11.2008 zur Ratsversammlung am 20.11.2008
Die zur Sitzung der Ratsversammlung am 20.11.2008 gestellte Kleine Anfrage beantworte ich wie folgt:
Frage 1: | Wie viele von den aktuell gemeldeten Langzeitarbeitslosen sind junge Mütter ohne Schul- bzw. Berufsabschluss, und wie viele davon haben einen Migrationshintergrund? |
Antwort: | Derzeit sind lediglich 3 junge Mütter unter 25 Jahren langzeitarbeitslos. Im Jobcenter für Jugendliche werden derzeit 610 junge Mütter betreut, die erwerbsfähig hilfebedürftig sind. 100 junge Mütter verfügen aktuell über eine abgeschlossene Berufsausbildung. 135 junge Mütter verfügen über keinen Schulabschluss, wobei 4 Mütter noch der Vollzeitschulpflicht unterliegen und einige zur Abendschule bzw. im ausbildungsvorbereitenden Jahr ihren Schulabschluss nachholen oder sich in unterschiedlichen Projekten darauf vorbereiten. 414 junge Mütter sind allein erziehend und betreuen Kinder unter 3 Jahren, sie stehen dem Arbeitsmarkt also nicht direkt zur Verfügung. Das Merkmal Migrationshintergrund wird nicht zentral erfasst, so dass keine Aussagen dazu getroffen werden können.108 junge Mütter sind ohne die deutsche Staatsbürgerschaft gekennzeichnet. 38 junge nicht deutsche Mütter verfügen über keinen Schulabschluss und 6 junge nicht deutsche Mütter haben eine Berufsausbildung abgeschlossen. Zeitreihen der vergangenen Jahre können nicht zur Verfügung gestellt werden, da es keine Erhebungen oder zentrale Auswertungen der Bundesagentur für Arbeit dazu gibt. |
Frage 2: | Welche Konzepte der Landeshauptstadt Kiel gibt es, mit denen die Chancen von diesen jungen Müttern ohne Schulabschluss und ohne Ausbildung (differenziert nach Migrationshintergrund bzw. ohne), eine Berufsausbildung nachzuholen, verbessert werden? |
Antwort: | Das Jobcenter Kiel arbeitet mit einem Arbeitsmarktprogramm, in dem besonders zu fördernde Zielgruppen analysiert und über individuelle bedarfsgerechte Sonderförderungen unterstützt werden. Dabei stellt die Gruppe der jungen Mütter mit Kindern eine besonders zu fördernde Zielgruppe im Jobcenter Kiel dar. Auch junge Mütter mit Kindern unter 3 Jahren werden in unterschiedlichen Projekten bedarfsgerecht und individuell gefördert. Grundsätzlich stehen den jungen Müttern alle Projekte des Jobcenters zur Verfügung, da sie auch in Teilzeit angeboten werden. Besonders hervorzuheben sind die Vorbereitungsprojekte auf den Schulabschluss, die Projekte mit Schulabschluss, die Projekte mit geförderter Ausbildung, die Projekte mit Ausbildung in Teilzeit. Dabei wird jeweils immer eine Kinderbetreuung über die sozialen Begleitmaßnahmen bzw. über die Stadt zur Verfügung gestellt. Junge Mütter, die bereits über einen Schulabschluss verfügen, werden nochmals gesondert in Projekten unterstützt, in denen direkt eine Ausbildungsstelle vermittelt wird. Auch die jungen Mütter mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung werden gezielt in Projekten in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt. Auch hier ist die Kinderbetreuung sichergestellt. Für junge Frauen mit Migrationshintergrund gibt es ebenfalls Projekte, welche aber nicht ausschließlich junge Mütter betreffen. In den Projekten für junge Mütter gibt es immer Ansprechpartner für Migrantinnen und Kooperationen mit Jugendmigrationsdiensten sowie dem Mehrgenerationenhaus. Insbesondere in den Projekten mit Beratung und Begleitung von jungen Müttern ist dies sichergestellt. |
Frage 3: | Wie viele der o. a. Frauen haben durch diese Maßnahmen zu einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis gefunden(gegliedert nach Jahren seit 2005, nach Maßnahmen und differenziert nach Migrationshintergrund bzw. ohne)? |
Antwort: | Dem Jobcenter Kiel werden keine Auswertungen und Daten von der Bundesagentur zur Verfügung gestellt und es werden keine gesonderten Erhebungen durchgeführt, mit denen das Jobcenter Kiel die Frage beantworten könnte. Die Auswertungen der einzelnen Träger für die besonderen Förderprojekte für junge Mütter stehen im aktuellen Jahr noch nicht zur Verfügung. Viele junge Mütter befinden sich in allen zur Verfügung stehenden Projekten des Jobcenters Kiel und gehen zunächst in eine Ausbildung und nicht direkt in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis. Vermittlungszahlen von jungen Müttern mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung stehen dem Jobcenter nicht zur Verfügung. |
gez. Adolf-Martin Möller