18. November 2008 Ratsfraktion

Gedenkveranstaltung zum Jahrestag des Kieler Matrosenaufstandes 1918

Antrag:

Die Verwaltung wird beauftragt, anlässlich des Jahrestages des Kieler Matrosenaufstandes innerhalb des ersten Halbjahres 2009 ein Konzept für eine alljährliche öffentliche Gedenkveranstaltung im November zu entwickeln und der Ratsversammlung vorzulegen.

Dabei sollen folgende Aspekte beachtet werden:

  • Thematische Ausrichtung auf die antimilitaristischen und demokratischen Inhalte der Novemberrevolution
  • Herstellung eines Gegenwartsbezuges
  • Wechselnde Formen der Veranstaltung und des Themenschwerpunktes einschl. einer möglichen Ausschreibung eines Wettbewerbs
  • Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen
  • Einbeziehung der kulturellen und wissenschaftlichen Einrichtungen der Landeshauptstadt sowie des Kulturausschusses

Zusätzlich soll die Verwaltung ein Konzept zur Einrichtung einer periodischen oder dauerhaften Ausstellung mit historischer Ausrichtung zum Kieler Matrosenaufstand von 1918 entwickeln und vorlegen, um dieses Thema auch für den Tourismus in der Landeshauptstadt zu erschließen.

Begründung:

Der Kieler Matrosenaufstand des Jahres 1918 gehört zu den wichtigsten Ereignissen der jüngeren deutschen Geschichte. Er stellt die erste antimilitaristische und demokratische Bewegung in Deutschland dar und führte zur Beendigung des Ersten Weltkrieges und zur Gründung der ersten demokratischen Republik in Deutschland.

Dennoch gerät die Novemberrevolution zunehmend in Vergessenheit und wird selbst hier in Kiel, ihrem Ausgangspunkt, von einem Großteil der Bevölkerung kaum beachtet. Umso wichtiger sind die aktuellen Veranstaltungen, die in diesem Jahr anlässlich des 90. Jahrestags des historischen Ereignisses stattfinden und den Auftakt eines regelmäßigen Gedenkens bilden könnten.

Um die Ereignisse des Novembers 1918 ihrer Bedeutung entsprechend zu würdigen und wieder verstärkt in das Bewusstsein der Kieler Bürgerinnen und Bürger zu bringen, ist eine jährliche Gedenkveranstaltung nötig, die keine starre Form hat und nicht nur auf eine geschichtswissenschaftlich interessierte Minderheit bezogen ist.

Stattdessen sollten die Bürgerinnen und Bürger in wechselnder, lebendiger Form angesprochen und zur Beteiligung eingeladen werden.

Dazu sollten über die Erinnerung an die historischen Ereignisse hinaus die antimilitaristischen und demokratischen Inhalte dieser Bewegung und deren Bedeutung für die heutige Lebenswelt thematisiert werden.

Dabei ist beispielsweise eine jährliche Ausschreibung eines Wettbewerbs für eine öffentliche Veranstaltung durch die Stadt in die Überlegungen einzubeziehen.