Antrag:
1. Die Stadtpräsidentin wird aufgefordert, bei der Suche nach einer geeigneten Stadt in der Türkei für eine Städtepartnerschaft mit der Landeshauptstadt Kiel außer mit Samsun auch mit Antakya vorrangig Kontakte aufzunehmen.
2. Vor einer endgültigen Entscheidung über eine Partnerschaft mit einer dieser Städte werden den Bürgerinnen und Bürgern Kiels in einer öffentlichen Veranstaltung beide Städte sowie die Ergebnisse der Sondierungen, die Möglichkeiten einer Partnerschaft und deren Ausgestaltung vorgestellt und die Möglichkeit zur Beteiligung an der Entscheidung gegeben.
Begründung:
Seit dem Beschluss der Ratsversammlung über den Antrag „Städtepartnerschaft Türkei“ (Drs. 0954/2010) haben sich zahlreiche Organisationen und Bürgerinnen und Bürger zu Wort gemeldet. So liegen unter anderem Stellungnahmen des Türkischen Elternbundes e.V. Kiel, des Förde Bildungsvereins e.V., der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Kiel und der Deutsch-Türkischen Gesellschaft vor, die alle übereinstimmend fordern, keine vorschnelle Entscheidung über eine geeignete Partnerstadt in der Türkei zu treffen und zumindest auch Antakya in die engere Auswahl mit einzubeziehen.
Der Bürgermeister von Antakya, Dr. Lütfü Savas, hat sich direkt an den Oberbürgermeister der Landeshauptstadt gewandt und seinen Wunsch nach einer Partnerschaft zwischen Kiel und Antakya ausgedrückt.
Antakya ist eine weltoffene Stadt, die als Sinnbild friedlichen Zusammenlebens, gegenseitiger Toleranz und Verständigung gilt. Unterschiedliche Kulturen und Religionen verständigen sich in Antakya untereinander und bilden ein lebendiges Beispiel gelungenen Zusammenlebens.
Bereits seit 2001 bestehen, besonders im Bereich der interkulturellen und interreligiösen Begegnungen, intensive Beziehungen zwischen Antakya und der Landeshauptstadt Kiel. Von Kiel aus bestehen bereits erste Kontakte zu Berufsschulen, zur Universität und zu Firmen in Antakya. Im Rahmen des Projektes "Grenzen überschreiten" fanden Jugendbegegnungen mit Kieler Jugendlichen im "Haus des Friedens" in Antakya statt. Von Seiten Antakyas besteht ein großes Interesse an einer Förderung der wirtschaftlichen und sozialen Beziehungen zwischen beiden Städten, das Türkisch-Deutsche Kultur-Zentrum Antakyas setzt sich in seiner sehr aktiven Arbeit ausdrücklich für eine Partnerschaft zwischen Antakya und Kiel ein.
Städtepartnerschaften leben von dem Kontakt, der Zusammenarbeit und dem Erfahrungsaustausch zwischen den Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen sowie unterschiedlichsten Organisationen der Partnerstädte auf allen Ebenen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens. Vor diesem Hintergrund darf eine Partnerschaft zwischen Kiel und Antakya auf Basis der vielfältigen schon bestehenden Verbindungen bei der Suche nach einer Partnerstadt in der Türkei nicht von vornherein ausgeschlossen werden. Zudem muss, um eine dauerhafte und erfolgreiche Partnerschaft zu gewährleisten, die Meinung der Bürgerinnen und Bürger und der Organisationen der beteiligten Städte, die diese Partnerschaft tragen und mit Leben füllen sollen, erfragt und berücksichtigt werden.