7. November 2008 Ratsfraktion

Forderungen der Demonstration der Gymnasien geht nicht weit genug

Zur Demonstration der Gymnasien am 7. November 2008 erklärt der schul- und bildungspolitische Sprecher der Ratsfraktion DIE LINKE, Ratsherr Florian Jansen:

„Wir begrüßen das Engagement der Schulen mit ihren Schülerinnen und Schüler für bessere Voraussetzungen in der Bildungslandschaft der Landeshauptstadt, das durch die heutige Demonstration der Kieler Gymnasien zum Ausdruck kommt.

Allerdings greift die Forderung der Gymnasiastinnen und Gymnasiasten nach größeren Klassenräumen zur Anpassung an die Einführung der Profiloberstufe und des Abiturs innerhalb von 8 Jahren zu kurz.

Um die Bedingungen für eine zeitgemäße Schulbildung zu schaffen, die allen Schülerinnen und Schülern die gleichen Chancen auf einen guten Schulabschluss und Perspektiven für eine gute Berufsausbildung bietet, sind sehr viel tiefgreifendere Veränderungen notwendig:

Die Schulklassen müssen deutlich kleiner werden und gleichzeitig muss die Zahl der Lehrerinnen und Lehrer deutlich erhöht werden, um einen Betreuungsschlüssel sicherzustellen, der die individuelle Förderung der einzelnen Schülerinnen und Schüler ermöglicht.

Das mehrgliedrige Schulsystem muss endlich zugunsten einer Gemeinschaftsschule mit binnendifferenzierter Förderung überwunden werden, um allen Schülerinnen und Schülern die gleichen Bildungschancen zu bieten, die sie auch in anderen Industriestaaten hätten.

Der Zugang zur Bildung muss wieder komplett kostenfrei gestaltet und wieder wirkliche Lehrmittelfreiheit eingeführt werden, damit alle Schülerinnen und Schüler die gleichen Bildungschancen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft erhalten.

Deshalb fordern wir die Schülerinnen und Schüler der Landeshauptstadt auf, sich an dem bundesweiten Schülerstreik am 12. November zu beteiligen, der genau diese Forderungen nach kleineren Klassen, mehr Lehrerinnen und Lehrern, kostenfreiem Bildungszugang und einer gemeinsamen Schule für alle stellt. Weitere Informationen zu dieser bundesweiten Aktion können interessierte Schülerinnen und Schüler auf www.schulaction.org finden.“