12. November 2008 Ratsfraktion

Schulstreik findet unsere volle Unterstützung

Zum bundesweiten Schulstreik erklärt der schul- und bildungspolitische Sprecher der Kieler Ratsfraktion DIE LINKE, Ratsherr Florian Jansen:

Wir begrüßen es  außerordentlich, dass - trotz drohender Sanktionen durch die Schulen - sich heute allein in der Landeshauptstadt Kiel über 4000 Schülerinnen und Schüler an dem Schulstreik beteiligt haben, der zeitgleich auch in über 40 anderen Städten Deutschlands stattfand.

Die derzeitige Situation an den Schulen ist unhaltbar. Obwohl die Profiloberstufe und das Abitur in 8 Jahren seit Beginn des laufenden Schuljahres umgesetzt werden, ist mit den dafür notwendigen Baumaßnahmen noch nicht einmal begonnen worden. In Kiel kommen der enorme Sanierungsstau und die dadurch maroden Schulgebäude erschwerend hinzu. Allerdings kann die Antwort auf Kurse mit über 30 TeilnehmerInnen nicht nur darin bestehen einfach größere Klassen- und Fachräume zu bauen.

Die Einführung des Abiturs in 8 Jahren, die Profiloberstufe zum laufenden Schuljahr und die noch anstehende Einführung von Regionalschulen durch die aktuelle Schulreform führen nicht zu einer Verbesserung der Bildung, sondern dienen höchstens Einsparungszwecken.

Daher unterstützen wir die Forderungen der Schülerinnen und Schüler nach Wiedereinführung des 3-jährigen Kurssystems in der Oberstufe, kleineren Klassen von maximal 20 SchülerInnen, mehr Lehrerinnen und Lehrern, bedarfsgerechter Ausstattung und wirklicher Lernmittelfreiheit sowie der endgültigen Überwindung des mehrgliedrigen Schulsystems durch eine gemeinsame Schule für alle Schülerinnen und Schüler bis zur 10. Klasse.

Den Lippenbekenntnissen von CDU, SPD, Bündnis90/Die Grünen und FDP, Bildung müsse in Deutschland einen höheren Stellenwert erhalten, folgen nicht nur in Schleswig-Holstein regelmäßig weitere Einsparmaßnahmen und Kürzungen der Bildungsetats. Es ist längst überfällig, dass die Hauptbetroffenen, nämlich die Schülerinnen und Schüler, ihren Protest endlich hörbar artikulieren – auch lautstark auf der Straße.´

Es ist entlarvend und bedauerlich, dass - mit Ausnahme der LINKEN - keine der Parteien und Fraktionen in Kiel bereit war, das Angebot der Organisatoren des Schulstreiks wahrzunehmen und auf der Veranstaltung zu den Schülerinnen und Schülern zu sprechen. So entsteht bei den Schülerinnen und Schülern zu recht der Eindruck, dass ihre Anliegen für diese Parteien höchstens eine sehr untergeordnete Rolle spielen.