Zum Aufruf der Stadtpräsidentin zum Gedenken an den 70. Jahrestag der Reichspogromnacht am 9. November 2008 (TOP 5.1 der Ratsversammlung am 9.10.2008) erklärt der Vorsitzende der Ratsfraktion DIE LINKE, Ratsherr Florian Jansen:
Die Ratsfraktion DIE LINKE begrüßt und unterstützt den Aufruf der Stadtpräsidentin zur Erinnerung an die Reichspogromnacht.
Allerdings bemängelt die Ratsfraktion DIE LINKE, dass zwar die Verbrechen benannt werden, aber deren Urheber unerwähnt bleiben. Die Ereignisse der Reichspogromnacht waren faschistisch motivierte Verbrechen unter der Führung der Nationalsozialisten. Dies darf bei einem Aufruf zum Gedenken an die Reichspogromnacht und zur Mahnung für Gegenwart und Zukunft nicht unerwähnt bleiben, da auch heute wieder faschistisches Gedankengut in der Gesellschaft verbreitet wird und Faschisten in die Parlamente der Bundesrepublik Deutschland gewählt werden.
In diesem Zusammenhang kritisiert die Ratsfraktion DIE LINKE auch die Formulierung: „Diese Nacht, die später als Reichspogromnacht in die Geschichte der Bundesrepublik Deutschlands einging, gehörte für die Stadt zu den dunkelsten Tagen ihrer Stadtgeschichte.“
Es mag sich hierbei um einen grammatikalischen Flüchtigkeitsfehler handeln, der aber den Sinn der Aussage stark verzerrt und ein Gedenken ad absurdum führt. Es muss unzweifelhaft klar sein: Die Reichspogromnacht gehört für die Stadt Kiel nach wie vor zu den dunkelsten Tagen ihrer Stadtgeschichte!