Zu der angekündigten Überprüfung der CDU- und FDP-Landtagsfraktionen, die schon beschlossene Beitragsfreiheit des dritte Kindertagesstätten-Jahrs zurückzunehmen, erklärte das beratende Mitglied im Jugendhilfeausschuss der LHS Kiel sowie die jugendpolitische Sprecherin der Kieler Ratsfraktion DIE LINKE, Karin Puschinski:
„Das dritte beitragsfreie Kita-Jahr ist für unsere Gesellschaft wie für die Betroffenen wichtig und unbedingt beizubehalten!
Der Ausbau der Kinderbetreuung in Schleswig-Holstein und in Kiel sollte höchste Priorität haben. Dabei geht es nicht nur um Plätze für unter Dreijährige, sondern auch für 3-6-jährige Kinder um Ganztagsplätze, die vielerorts noch nicht vorhanden sind.
Zum Fehlen der sozialen Ausgewogenheit: die fehlenden Betreuungsmöglichkeiten für Kinder und die schwierige Arbeitsmarktstruktur für Mütter und Väter bestehen unverändert fort.
Sie erschweren die Aufnahme der Erwerbstätigkeit von Müttern und Vätern und damit auch die Verbesserung von deren finanzieller Lage.
Dadurch sind überwiegend alleinerziehende Mütter gezwungen, in Mini-, Midi-Jobs oder geringfügigen Beschäftigungen zu arbeiten und können oft keine eigene Alterssicherung durch Rente geschweige denn eine Zusatzversorgung erwerben.
Wir dürfen nicht mehr zurück zu den Suppenküchen und Kleiderkammern für Kinder wie nach den 2. Weltkrieg und zu der Lebenswirklichkeit für Frauen in geringfügiger Beschäftigung wie nach dem 1. Weltkrieg.
Also stellt sich für uns alle die Frage: was sind unsere Kinder dem Staat, dem Land und der Stadt wert, und was die Ehe ohne Kinder bzw. eingetragene Lebenspartnerschaften?
Deshalb appellieren wir an die Landesregierung aus CDU und FDP: ermöglichen Sie mit dem dritten beitragsfreien Kita-Jahr allen Kindern ein chancengerechtes Aufwachsen!"