Die Ratsfraktion DIE LINKE sieht in noch mehr Geschäften keine Option Kundenrückgänge auszugleichen.
„Die Innenstadt hat genug Geschäfte. Wer soll da einkaufen gehen? Geschäfte ohne Kunden führen nicht zu einer Belebung der Innenstadt. Vielmehr ist es so, dass die Aufenthaltsqualität sinkt, wenn wir die Stadtmitte weiter mit Konsumtempeln dichtbauen. Dies ist der Ausdruck einer blinden Wachstumsfixiertheit, welche die Realitäten verkennt! Zumal sich die Vakanz zwischen Bootshafen und Altem Markt bereits 2013 wieder erledigt haben wird“, erklärt der wirtschaftspolitische Sprecher der Fraktion Frank Bretschneider.
„Wer sich über mangelnde Nachfrage wundert, darf aber auch nicht die niedrigen Löhne in Kiel außer Acht lassen. Wer kein Geld hat, braucht nicht zum Markt zu gehen“ So Ratsherr Frank Bretschneider weiter.
Das Ergebnis überrascht nicht. Wer riesige Einkaufszentren auf der grünen Wiese am Stadtrand fördert, muss damit leben, dass die Kunden dorthin abwandern. Außerdem muss beachtet werden, dass im Moment eine eklatante Lücke am Alten Markt besteht, die in absehbarer Zukunft gefüllt werden wird und bis dahin verfälschend wirkt.
Und auch wenn es die anderen Parteien nicht wahrhaben wollen, aber die Zahl der Kunden, die potenziell ihr Geld in der Innenstadt lassen könnten, ist begrenzt. Das was die Menschen im Portmonee haben, bestimmt die Nachfrage. Das Wirtschaftswachstum kommt nicht bei den Menschen an, die konsumieren würden, sondern nur bei denen, die bereits alles haben. Das bereits eine neue Wirtschaftskrise absehbar ist, kommt noch hinzu.
Auch das Analysedesign muss kritisiert werden. Ein einziger Beobachtungstag-Tag soll ein repräsentatives Ergebnis für Kiel liefern. Da hat der Zufall leichtes Spiel.
Für die Ratsfraktion DIE LINKE ist klar, wer die Kieler Innenstadt beleben will, darf nicht reflexartig neue Geschäfte ansiedeln wollen. Gerade in Kiel müsste auch die Aufenthaltsqualität in den Fokus genommen werden.