10. August 2011

Möbelkraft: Es gibt noch Standortalternativen!

Die Ratsfraktion DIE LINKE begrüßt die Schaffung neuer Arbeitsplätze in Kiel, drängt aber diemöglichen Standortalternativen stärker in den Blick zu nehmen.

„ Dass 250 bis 300 neue Arbeitsplätze in Kiel entstehen sollen, ist, sofern es sich um anständig bezahlte Stellen handelt, sehr zu begrüßen. Es ist jedoch verwunderlich, dass alle Welt nur über einen Standort spricht. Wenn in Kiel das Potenzial für zwei weitere große Möbelhäuser besteht, also neben IKEA auch noch Möbelkraft und Sconto ihre Kundschaft finden sollen, warum müssen die dann alle an einem Ort konzentriert werden?“, fragt der wirtschaftspolitische Sprecher der Fraktion, Frank Bretschneider.

„Alternative Standorte sind bei den aktuellen Überlegungen noch nicht vom Tisch. Sie werden nur nicht diskutiert. Es ist gar nicht notwendig die KleingärtnerInnen und ihre Angehörigen von 340 Parzellen zu vertreiben, damit zwei große Konzerne ihre Profitinteressen befriedigen können“, so Ratsherr Frank Bretschneider abschließend.

Die Ratsfraktion DIE LINKE fordert, dass die einseitige Diskussion beendet wird. Der Oberbürgermeister muss sein mangelndes Verständnis von angemessener Beteiligungspolitik einsehen und auf die Menschen zugehen. Außerdem sollte er seine Ignoranz gegenüber der gewählten Selbstverwaltung überdenken und nicht nur im Auftrag von großen Konzernen, sondern auch zum Wohle normalen BürgerInnen handeln. Für ihn zählt nur die schnelle Schlagzeile.

Es ist zu vermuten, dass die geplante Ansiedlung nicht nur mit dem örtlichen Kundenpotenzial sondern vielmehr mit einem ausufernden Verdrängungswettkampf zusammenhängen. Viele Konzerne wachsen nicht mehr über den Umsatz sondern über die Fläche. Dahingehend muss man auch befürchten, dass die Ansiedlung letztlich doch Arbeitsplätze kosten wird. Entweder bei örtlichen Kleinbetrieben oder auch überregional. Die Ratsfraktion DIE LINKE hält es für falsch eigensinnig auf Kosten anderer Landkreise und Kommunen zu wirtschaften.

Für diesen Wirtschaftskampf soll nun Fläche versiegelt werden , die einen bedeutenden Naherholungswert hat, während in Moorsee gerade erst ein Gewerbegebiet erschlossen und ausgewiesen worden ist. Als Lohn erhält Kiel einen Verkehrskollaps, weil der Westring als angedachter Anschluss das Verkehrsaufkommen direkt neben dem Autobahnzubringer und IKEA nicht fassen können wird.