Die Ratsfraktion DIE LINKE erklärt ihre Unterstützung für die Forderungen der Beschäftigten in den städtischen Verkehrsbetrieben und fordert die Fahrgäste angesichts möglicher Warnstreiks zur solidarischen Gelassenheit auf.
„Verdi- Nord hat den vergangenen Warnstreik bei der KVG äußerst human gestaltet. Der Streik ist ein legitimes Arbeitnehmerrecht zur Verteidigung der eigenen Interessen. Die Fahrgäste sollten dies anerkennen und bei möglichen weiteren Warnstreiks wieder ruhig und besonnen reagieren“, so Fraktionsvorsitzender Florian Jansen.
Verdi-Nord fordert in den Verhandlungen zum Tarifvertrag Nahverkehr Schleswig-Holstein (TV-N SH) eine Erhöhung der Löhne um 200 € auf die jeweiligen Tabellenwerte bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Dies ist die Folge eines großen Nachholbedarfs, der sich aus den in der Vergangenheit abgesenkten Lohntabellen ergibt. Laut dem Kommunalen Arbeitgeberverband war die Neuausrichtung der städtischen Verkehrsbetriebe notwendig, um mit privatwirtschaftlichen Busbetrieben konkurrieren zu können.
Diese „race to the bottom“ Logik muss durchbrochen werden! Es darf nicht beständig ein Unterbietungswettkampf bei den Löhnen stattfinden. Das logische Ende der Konkurrenzbekämpfung mittels Lohndumping wäre der 1 Euro Jobber hinterm Lenkrad.
Es ist ein unhaltbarer Zustand, dass es in diesen Arbeitsbereichen Vollbeschäftigte mit Kindern gibt, die auf soziale Beihilfen angewiesen sind. Faire Löhne für gute Arbeit sorgen für Qualität und locken motivierte Mitarbeiter in die Unternehmen. Außerdem haben sie eine Signalwirkung für Beschäftigte bei Dumping-Lohn-Betrieben.