9. März 2011 Ratsfraktion

MFG 5 Gelände: Realität anerkennen, Wohnungsbau fördern!

Bei der Diskussion um die Nachnutzung des MFG 5 Geländes fordert die Ratsfraktion DIE LINKE Oberbürgermeister Thorsten Albig auf die Ressourcenverschwendung beim Kampf um den Erhalt des Standortes einzustellen und zugleich bei der Frage der Nachnutzung den Wohnungsbau als Option nicht hinten anzustellen.

„Der Marinestandort ist Geschichte. Herr Albig sollte diese Realität endlich begreifen und sich mit der Ratsversammlung auf den Weg machen eine optimale Nachnutzung zu gewährleisten, anstatt seine Energie dafür zu verschwenden an der Vergangenheit festzuhalten“, so Fraktionsvorsitzender Florian Jansen. 

Zu einer eventuellen Nachnutzung erklärt der baupolitische Sprecher der Fraktion, Ratsherr Frank Bretschneider: „Wenn der Oberbürgermeister verkündet, bei einer eventuellen Nachnutzung des MFG 5 Geländes hätte die Ansiedlung von Arbeitsplätzen Priorität vor dem Wohnungsbau, so ist er auf einem Auge blind. Überboten wird das allerdings noch von dem Vorsitzenden der FDP Fraktion Helmut Landsiedel, der kämpferisch fordert, den dringend notwendigen Wohnungsbau zu verhindern und dafür auf das aussichtslose Projekt eines Bauhafens setzt." 

In Kiel steht einem Bedarf an 62.200 preisgünstiger Wohnungen nur ein Angebot von rund 39.000 Wohneinheiten gegenüber. Selbst in sogenannten niedrigen Lagen steigen die Quadratmeterpreise. Dazu wird im Integrierten Stadtentwicklungskonzept verkündet, dass aufgrund unzureichender Anreize die Wohnungswirtschaft nicht motiviert werden könne, dem Abhilfe zu schaffen. Das ist eine Kapitulationserklärung. Der Markt versagt und die Politik schaut zu. 

Die Lage auf dem Wohnungsmarkt wird sich verschärfen und es ist unverantwortlich hier nicht entschieden gegenzusteuern. Der Wohnungsbau ist genauso wichtig wie die Ansiedlung neuer Arbeitsplätze. Es sollte daher keine voreilige Prioritätensetzung geben.