Angesichts des steigenden Anteils jugendlicher Straftäter fordert die Ratsfraktion DIE LINKE die Einbindung von Jugendlichen in die Gesellschaft zu fördern.
Die Kieler Polizeistatistik 2010 zeigt, dass die Fallzahlen in Kiel insgesamt - dem Landestrend folgend - zurückgehen. Das ist eine erfreuliche Entwicklung für die Stadt Kiel. Die Statistik zeigt aber auch, dass vermehrt Jugendliche als Täter in Erscheinung treten. Das allerdings ist besorgniserregend und sollte nicht nur zu ordnungspolitischem Aktionismus sondern vor allem zu Selbstkritik und Ursachenbekämpfung herausfordern.
"Kinderarmut und Gettoisierung, Einsparungen bei der Jugendarbeit, fehlende Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt, mangelnde Möglichkeiten zur Teilhabe und Mitgestaltung: das sind Faktoren, die eine wichtige Rolle spielen, wenn es um die Frage geht, ob ich mich in dieser Gesellschaft zuhause fühle oder ob ich mich von ihr abwende! ", so Florian Jansen, Vorsitzender der Ratsfraktion DIE LINKE.
Dies ist ein soziales Problem, das nicht durch erhöhte Polizeipräsenz zu lösen ist. Wir müssen vielmehr dafür Sorgen tragen, dass sich Jugendliche als Teil der Gesellschaft fühlen, deren Regeln sie akzeptieren sollen.
Der Gesellschaft wäre langfristig nicht damit gedient, die Straßen mit Polizisten voll zustellen und Straftäter schnell abzuurteilen wie es FDP und CDU fordern. Das ist kurzfristige Symptombekämpfung, die an den wirklichen Problemen nichts ändert. Vielmehr gilt es der Verelendung einzelner Stadtteile entgegenzutreten, Kinderarmut konsequent zu bekämpfen, Jugendkultur zu fördern und Ausbildungsplätze zu schaffen, damit junge Menschen nicht schon am Beginn ihres Lebens an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Es ist die Aufgabe der Politik Armut und Perspektivlosigkeit zu bekämpfen, Teilhabe zu schaffen und somit eine Gesellschaft zu organisieren, die von allen akzeptiert und geachtet wird.