Die Ratsfraktion DIE LINKE kritisiert die derzeit im Rathaus gastierende Ausstellung „Warum Soldaten?“ als verdeckte Werbung für Militäreinsätze und Kriege.
„Auf den ersten Blick vermittelt die Ausstellung den Anschein als sei sie eine kritische Veranstaltung. Letztlich dient sie aber nur der Rechtfertigung von Militär und entsprechender Politik, was vor dem Hintergrund der mangelnden Attraktivität der Bundeswehr verständlich aber für mich nicht zu akzeptieren ist“, so der Friedenspolitische Sprecher der Fraktion Stefan Rudau.
Durch das Aussetzen der Wehrpflicht ist die Bundeswehr darauf angewiesen ihr Personal zu 100 % aus Freiwilligen zu gewinnen. Aufgrund der anhaltenden Auslandseinsätze und dem Krieg in Afghanistan ist die Attraktivität der Bundeswehr jedoch nicht besonders hoch. Im Frühjahr 2010 räumte der damalige Bundespräsident Horst Köhler ein, dass es bei Bundeswehreinsätzen um die Durchsetzung kapitalistischer Interessen ginge. Da sich nicht genug Menschen finden, die dieser Aufgabe gerecht werden wollen, ist die Bundeswehr in Sachen Imagepflege in die Offensive gegangen. Die Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr zielt dabei (wie im vorliegenden Fall) darauf, militärische Gewalt bei aller Kritik als geboten und alternativlos darzustellen.
DIE LINKE kämpft für einen anderen Politikansatz. Militärische Gewalt als Mittel der Politik ist nicht nur moralisch falsch, sondern, wie sich in Afghanistan zeigt, auch noch unbrauchbar um Konflikte dauerhaft und endgültig zu lösen. Deswegen distanziert sich die Ratsfraktion DIE LINKE im Namen aller pazifistischen Kielerinnen und Kieler von der genannten Ausstellung.