5. Dezember 2011

Roma in Kiel: alle bleiben!

Um auf das bedrückende Schicksal der Roma in Kiel aufmerksam zu machen, nimmt die Ratsfraktion DIE LINKE am „alle bleiben" Aktionstag am 07.12.2011 von 10 bis 13 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz teil.

„Wir sehen lieber Luftballons als Abschiebeflugzeuge davonfliegen. Auch in Kiel erleben wir, wie in einem der reichsten Länder der Welt Roma im Elend leben, gerade auch weil sie Angst vor Abschiebung haben. Diese Angst ist berechtigt. In ihren Heimatländern erwartet sie oft noch mehr Grauen. Vor diesem Hintergrund kämpfen wir für das Recht aller Flüchtlinge selbst zu bestimmen, wo sie leben wollen. Nur so wird sich die Kieler Problemlage abschließend lösen lassen", so die migrationspolitische Sprecherin Ayse Fehimli.

Es wird geschätzt, dass sich derzeit 600 Roma in Kiel aufhalten. Viele leben unter unwürdigen Bedingungen, da sie in die Illegalität gezwungen werden. Sie werden rechtlich als Migranten betrachtet, obwohl der europäische Gerichtshof für Menschenrechte 2005 in Bulgarien und Rumänien rassistisch motivierte Menschenrechtsverletzungen festgestellt hat. Aus Angst vor Abschiebung tauchen diese Menschen unter und die überlasteten Kommunen müssen dann über Umwege organisieren, was der Bund mit seiner Abschiebepolitik de facto verhindert: Ein menschenwürdiges Leben.

Deswegen setzt sich die Ratsfraktion DIE LINKE. Kiel für das Thema ein. Anlässlich der Innenministerkonferenz werden deutschlandweit Luftballons freigelassen und Unterschriften gesammelt, um für das Bleiberecht zu demonstrieren. In Kiel findet eine entsprechende Aktion auf dem Bahnhofsvorplatz statt.

Veranstaltung: „Alle bleiben – 99 Luftballons für das kompromisslose Bleiberecht" , 07.12.2011, Bahnhofsvorplatz Kiel, 10 bis 13 Uhr.