24. November 2011

Sozialräumliche Polarisierung: Den sozialen Frieden bewahren!

Die Ratsfraktion DIE LINKE fordert die anderen Parteien dringend auf, nicht wieder endlos Zeit zu verschwenden, bevor sie erkennen, dass die sozialräumliche Polarisierung ein Thema von zerstörerischer, sozialer Sprengkraft ist. Die SPD,FDP und Grüne umschiffen das Problem.

„Das Stadtentwicklungskonzept hat es bereits festgestellt. Bildungschancen hängen in dieser Stadt auch mit dem Wohnort zusammen. Kriminalität verdichtet und potenziert sich in einzelnen Stadtteilen. Gaarden wird regelmäßig als Problembezirk durch die Schlagzeilen getrieben. Jetzt gilt es das Problem endlich einmal bei den Wurzeln anzupacken und die soziale Durchmischung in dieser Stadt unter die Lupe zu nehmen. Die SPD greift in ihrem Antrag  an fataler Stelle zu kurz“, so Fraktionsvorsitzender Florian Jansen. „Der soziale Zusammenhalt geht aus dem Leim. Stadtteile verelenden, andere werden zu Wohlstandghettos. Dies birgt eine soziale Sprengkraft, die nicht unterschätzt werden sollte. Wem der soziale Frieden lieb ist, darf nicht wie  die SPD das Problem umfahren und nur auf den günstigen Wohnraum abstellen “, so Ratsherr Jansen abschließend.

Auf Seite 16 des INSEKK von 2010 (Integrierte Stadtentwicklungskonzept der Stadt Kiel) wird  festgestellt: „Auch die Landeshauptstadt ist von dem Problem der verstärkten sozialräumlichen Polarisierung betroffen“. Die Folgen sind dramatisch und teilweise auf Seite 27 des INSEKK beschrieben: „Vermehrt lassen sich die Chancen von Kindern und Jugendlichen daran ableiten, in welchem Stadtteil sie aufwachsen. Soziale Ungleichheit und Benachteiligung finden ihren Ausdruck in der Konzentration bestimmter Bevölkerungsgruppen in einzelnen Stadtgebieten“

Dass in einer Gesellschaft der soziale Frieden gefährdet ist, wenn sie offensiv nach sozialen Klassen ausdifferenziert wird ist bekannt. Kinder und Jugendliche, die in benachteiligten Stadtgebieten wie Gaarden oder Mettenhof aufwachsen, haben häufig gar nicht die Chance, Anschluss an die Normen der Mehrheitsgesellschaft zu finden. Was bleibt sind Wut und Perspektivlosigkeit. Die Stadt Kiel stemmt sich gegen diese Folgen, indem sie zahlreiche soziale Programme fördert und forciert, die diese Symptome in den jeweiligen Stadtteilen eindämmen sollen. Gleichzeitig drückt sich die Stadt davor den Wurzeln des Problems zu begegnen.