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Stefan Rudau

Bauausschuss: Wünsch-dir-was für Investoren geht weiter

Anlässlich der Entscheidung des Bauausschusses zum städtebaulichen Vertrag zur Erschließung für die künftige Wohnbebauung an der verlängerten Marthastraße erklärt Ratsherr Stefan Rudau:

„Es ist ein Trauerspiel, wie sich die Ratsmehrheit im Bauausschuss im vorauseilenden Gehorsam zum Erfüllungsgehilfen für Privatinvestoren gemacht hat. Mal wieder wurde ein Großprojekt mit NULL Prozent geförderten Wohnraum beschlossen. Die unsoziale Wohnungspolitik von Gerwin Stöcken und der Kieler SPD der letzten Jahre setzt sich somit nahtlos fort. Die Bedürfnisse der Kieler Bevölkerung und die städtebaulichen Ziele der Stadt spielten – mal wieder – keine Rolle!“

Mit seiner Entscheidung hat der Bauausschuss nun abschließend grünes Licht für das neue Wohnquartier mit 285 Wohneinheiten an der Marthastraße gegeben. Dabei wurde auch die Errichtung 90 sogenannter Mikroappartements durchgewunken. Darunter werden Appartements verstanden, die mit 20 Quadratmetern deutlich zu klein sind, um wirklich als Wohnungen gelten zu können und sich vor allem an Studierende, Pendler und Berufseinsteiger richten sollen. Mit einem angepeilten Mietpreis von stattlichen 400 €, also wahnsinnigen 20 €/m² (zum Vergleich: der Höchstwert im aktuellen Mietspiegel beträgt 13,40 €/m², der Kieler Durchschnitt liegt bei 8,72 €/m²) sind sie aber alles andere als kostengünstiger Wohnraum und dürften sich wohl höchsten als Zweitwohnsitz für ein Klientel von regelmäßigen und sehr betuchten Gästen in der Landeshauptstadt anbieten. Auf den Bau sozial geförderten Wohnraums wird bei dem neuen Wohnquartier dafür ganz verzichtet. Mit solchen Projekten wird nur eines erreicht: Die durchschnittlichen Mieten werden in die Höhe getrieben. Dass das den Renditeträumen von Privatinvestoren entgegenkommt ist klar. Bezahlbarer Wohnraum wird durch die dadurch möglichen Mieterhöhungen in dem gesamten Viertel hingegen weiter verknappt und die Situation am Wohnungsmarkt weiter verschärft!

„Statt sich für einen Platz Kiels auf dem Monopoly-Brett stark zu machen, sollte der Oberbürgermeister sich lieber endlich der Bekämpfung der Wohnungsnot widmen! Es ist bitter, dass die Ratsmehrheit im Bauausschuss nicht einmal versucht hat, hier im Rahmen des städtebaulichen Vertrages Druck aufzubauen. Ein Hoffnungsschimmer ist für mich aber der im Bauausschuss angekündigte Widerstand der Anwohnerinnen und Anwohner gegen das Bauprojekt. Vielleicht bringt das einige Menschen nochmal zum Nachdenken“, so Rudau abschließend.

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